So entsteht unser Hörvermögen

Das Ohr des Kindes im Mutterleib ist als erstes seiner Sinnesorgane bereits Mitte der Schwangerschaft vollständig entwickelt. Lange vor allen anderen Sinnesorganen, lange vor der Ausreifung des Gehirns und des Nervensystems. Lernen Sie hier die spannende Mikrowelt des Ohres und die MiIkroelektronik des Hörens kennen: Wie eine ursprüngliche Schallwelle gesammelt, verstärkt, umgewandelt, gefiltert und übersetzt wird, bevor sie als Liebesgeflüster, Bohrer, Musik von der CD oder Knall wahrgenommen werden. Danach werden Sie besser verstehen, wie Tinnitus entsteht.

Das Ohr

Das äußere Ohr

Die Ohrmuschel und der etwa drei Zentimeter lange Gehörgang zählen zum äußeren Ohr. Die trichterförmige Ohrmuschel leitet die Schallwellen über den Gehörgang zum Trommelfell im Mittelohr. Ohrmuschel und Gehörgang sind aufgrund ihrer Lage und Form wesentliche Grundlagen für unser Hörempfinden.

Schallwellen treffen im Gehörgang ein und werden durch Resonanz verstärkt. Anschliessend bringen die Schallwellen das Trommelfell, der "Membran", die das äussere Ohr gegen das Mittelohr abgrenzt, zum Schwingen. Die Schwingungen des Trommelfells werden über die drei Gehörknöchelchen des Mittelohrs an das Innenohr übertragen. Bei diesem Vorgang werden die Schallwellen um das zwanzig- bis hundertfache verstärkt. Im Mittelohr befinden sich kleine Muskeln, die bei sehr lauten Geräuschen zum Schutz die Bewegungen der Gehörknöchelchen dämpfen. Das Innenohr besteht aus der schneckenförmig gedrehten Hörschnecke, medizinisch genannt "Cochlea", aus der der Hörnerv seinen Ursprung nimmt.